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«Viele denken, man lenkt einfach und gibt Gas» – Jamie und Haris über die Faszination Sim-Racing

At first glance, a Racing Unleashed simulator might look like a game. Spend a few minutes behind the wheel, however, and that perception changes quickly.

Jamie und Haris vor dem Racing Unleashed Rennsimulator
24.06.2026
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At first glance, a Racing Unleashed simulator might look like a game. Spend a few minutes behind the wheel, however, and that perception changes quickly.

Jamie Egeo und Haris Skenderi gehören zur Racing Unleashed Community. Als Rennfahrer der RU2 Meisterschaft in der RU Esports Series verbringen sie jede Woche viele Stunden auf der virtuellen Rennstrecke. Im Gespräch erzählen sie, wie sie zum Sim-Racing gekommen sind, was erfolgreiche Fahrer auszeichnet und warum jeder diesen Sport einmal erleben sollte.

Wie hat eure Reise im Sim-Racing begonnen?

Jamie: Bei mir war es tatsächlich Drive to Survive. Ich habe die Serie geschaut und fand die Formel 1 unglaublich spannend. Danach wollte ich selbst fahren. Zuerst mit dem Controller, später mit einem Lenkrad. Dann kamen die ersten Ligen dazu und irgendwann wurde daraus ein richtiges Hobby mit dem Ziel, immer besser zu werden.

Haris: Ich war schon als Kind motorsportbegeistert. Kartfahren oder echter Rennsport waren aber nie wirklich möglich. Zu Racing Unleashed bin ich eher zufällig gekommen. Ein Freund und ich sind am Flughafen vorbeigekommen und haben die Simulatoren gesehen. Am nächsten Tag haben wir sie ausprobiert – und danach hat es uns nicht mehr losgelassen.

Was macht einen guten Sim Racer aus?

Haris: Fairness ist enorm wichtig. Ausserdem muss man kritisch mit sich selbst sein. Nach einem Rennen frage ich mich immer, was ich hätte besser machen können.

Jamie: Ich sehe das ähnlich. Fairness, Realismus und die Bereitschaft, ständig dazuzulernen. Wer glaubt, bereits alles zu können, wird sich nicht mehr verbessern.

Viele Menschen unterschätzen Sim-Racing. Was genau wird dabei unterschätzt?

Jamie: Wie schwierig es wirklich ist. Viele denken, man lenkt einfach und gibt Gas. Aber dahinter steckt unglaublich viel Technik, Präzision und Training.

Haris: Vor allem die Konkurrenz wird unterschätzt. Die Leistungsdichte ist extrem hoch. Du kannst sehr viel trainieren und trotzdem immer noch Leute finden, die schneller sind.

Wie wichtig ist Training?

Jamie: Sehr wichtig. Ich würde sagen: 80 Prozent Training, 20 Prozent Talent.

Haris: Konstanz kommt nur durch regelmässiges Fahren. Wenn du eine Zeit lang nicht trainierst, merkst du das sofort.

Beide investieren je nach Rennkalender mehrere Stunden pro Woche ins Training. Vor wichtigen Rennen kann der Aufwand deutlich steigen.

Was sind die häufigsten Fehler im Sim-Racing?

Jamie: Ungeduld. Viele wollen zu früh zu viel.

Haris: Genau. Zu spät bremsen, etwas erzwingen wollen oder einen Gegner unbedingt sofort überholen wollen. Oft verliert man dadurch mehr Zeit, als man gewinnt.

Gibt es Momente, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind?

Haris: Mein erstes Podium. Das war die Belohnung für viele Jahre Training. Ich habe lange davon geträumt und plötzlich war es Realität.

Jamie: Mein erster Sieg überhaupt war unglaublich. Aber auch ein Teamsieg in einer Liga, bei dem wir einen Doppelsieg feiern konnten. Solche Momente vergisst man nicht.

Was würdet ihr eurem Anfänger-Ich heute sagen?

Jamie: Die Fahrhilfen möglichst früh ausschalten. Es ist am Anfang schwieriger, aber man lernt viel schneller.

Haris: Einfach weitermachen. Nicht aufgeben und sich von niemandem entmutigen lassen.

Wie unterscheidet sich Racing Unleashed vom Fahren zu Hause?

Haris: Die Simulatoren sind sofort einsatzbereit. Man kommt an, setzt sich rein und fährt los. Das macht den Einstieg sehr einfach.

Jamie: Für mich ist es vor allem die Atmosphäre. Die grossen Bildschirme, die Simulatoren und die anderen Fahrer. Man erlebt den Sport gemeinsam.

Wie beeinflussen Zuschauer eure Leistung?

Jamie: Sobald das Rennen läuft, blende ich das eigentlich aus.

Haris: Bei mir war das früher schwieriger. Ich war oft nervös, wenn viele Leute zugeschaut haben. Mittlerweile ist es deutlich besser geworden, aber ein gewisser Druck bleibt.

Was würdet ihr jemandem sagen, der zum ersten Mal in einen Simulator steigt?

Jamie: Einfach geniessen. Viele kommen mit dem Gedanken, sofort etwas beweisen zu müssen. Dabei sollte man erst einmal Spass haben.

Haris: Brems früher, als du denkst. Das ist wahrscheinlich mein wichtigster Tipp.

Warum wächst Sim-Racing aktuell so stark?

Haris: Motorsport wird generell immer populärer. Gleichzeitig wollen viele Menschen den Sport nicht nur anschauen, sondern selbst erleben.

Jamie: Und echter Motorsport ist teuer. Sim-Racing bietet die Möglichkeit, sehr nahe an dieses Erlebnis heranzukommen.

Was muss passieren, damit Sim-Racing noch ernster genommen wird?

Jamie: Es braucht mehr bekannte Persönlichkeiten aus dem Motorsport, die zeigen, wie anspruchsvoll Sim-Racing wirklich ist.

Haris: Die Entwicklung geht bereits in diese Richtung. Immer mehr Profis und Teams nutzen Sim-Racing als festen Bestandteil ihres Programms.

Warum sollte jeder Sim-Racing einmal ausprobieren?

Jamie: Weil man Dinge erleben kann, die man im normalen Strassenverkehr niemals erleben würde.

Haris: Und weil man danach Motorsport mit ganz anderen Augen sieht. Man versteht plötzlich, wie viel Präzision, Konzentration und Können dahinterstecken.

Einig sind sich beide am Ende in einem Punkt: Wer einmal im Simulator gesessen hat, versteht schnell, warum Sim-Racing heute für viele weit mehr als nur ein Hobby ist.

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